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Jeder Mensch hat ein Recht auf Live-Musik - das ist die Grundidee vom Ensemble Ambidexter. Leider findet nicht jeder so leicht den Weg in den Konzertsaal. Dies kann unterschiedliche Gründe haben; aufgrund einer Krankheit, weil das Geld fehlt, weil jemand im Gefängnis eingesperrt ist oder weil die Konzertbühne einfach zu weit weg ist. Es gibt viele Gründe aber keiner genügt, um auf die Magie von live gespielter Musik zu verzichten. Warum also nicht das Prinzip umkehren? Unser Publikum muss nicht in den Konzertsaal kommen – wir kommen zum Publikum! Ambidexter spielt nicht nur auf traditionellen Bühnen, sondern auch in den Gefängnissen, in Kitas, in Wohnstätten für Leute mit einer psychischen Behinderung, in Schulen, in Krankenhäusern, in Institutionen für Leute mit Behinderungen. Das Ensemble sucht sich sein Publikum, tritt mit seinen Zuhörern aktiv in Kontakt - und das führt immer zu ganz besonderen Begegnungen.

 

Der Kontakt mit vielen unterschiedlichen Menschen mit diversen Geschichten und Hintergründen verschafft den Musikern vom Ensemble Ambidextereinen breiten Blick auf die Gesellschaft und weil das Konzert in einer vertrauten Umgebung des Publikums stattfindet, bekommt jedes Konzert eine intime Atmosphäre, in der eine Wechselwirkung von  Publikum und Musikern optimal entstehen kann.

 

Das Wort ‘Ambidexter’ bedeutet Zweihändigkeit und wird ursprünglich für Leute benutzt, die sowohl mit der linken als auch mit der rechten Hand schreiben können. Das Ensemble verdient seinen Namen wegen seiner besonderen Besetzung: zur linken Hand gibt es ein Streichquartett und zur rechten ein Jazzquartett (Saxophon, Posaune, Kontrabass und Schlagzeug). Die beiden Hände greifen ineinander und benutzen ihr komplettes Potential. Auf der einen Seite hören wir die Kraft des Moments, die Spontanität, die individuellen Impulse und Ideen, den freien und improvisatorischen Charakter der Jazzmusik. Auf der anderen Seite greift die Musik zurück auf die klassische Tradition, wo die vorgeschriebene Partitur ihre Kraft in präzise ausgedachten Klangfarben und architektonischen, musikalischen Bildern mit Auge und mit nötigem Raum fürs Detail findet. Die individuellen Musiker vom Ensemble Ambidexterpassen in keine Schubladen, sind bereit über ihren Tellerrand zu schauen und gehen keinem Experiment aus dem Weg.

 

Das Programm unserer Sachsentournee zeichnet sich durch eine große Diversität aus: Anders als z.B. bei einer Jazzbühne, wo man davon ausgehen kann, dass das Publikum aus Jazzliebhaber besteht, hat Ambidexter vorher keine Ahnung vom Musikgeschmack des Publikums. Deswegen bringen wir ein breites Repertoire mit, damit es für jeden Geschmack etwas gibt, das gefällt, und gleichzeitig für jeden etwas neues zu entdecken ist. Im Programm gibt es neben eigenen Kompositionen mit unterschiedlichemCharakter u.a. ein Arrangement der Kombodjase Tanzmusik, den Tune von Asterix und Obelix, einen Satz aus einem Streichquartett vom Katalanischen Komponisten Eduard Toldra, einen Tango von Piazzolla und ein minimalistisches, improvisatorisches Stück des  amerikanischen Komponisten Terry Riley. Ohne die eigenen Interessen und und Wünsche hinten anzustellen, hat Ambidexter in der Wahl des Programms für die Sachsentour 2019 stets das Publikum im Hinterkopf behalten.

 

Violine            Izabela Kałduńska

Violine            Floortje Beljon 

Bratsche       Tseroeja van den Bos 

Cello               Alejandro Barría

Saxophon     Christopher Kunz 

Posaune        Georg Demel

Kontrabass   Andris Meinig 

Schlagzeug   Johannes von Buttlar